Mit The Voyeur greift Miklós Németh die charakteristischen Ausdrucksmittel des Neo-Expressionismus auf und kombiniert sie mit einer provokanten, psychologisch aufgeladenen Thematik. Die Szene zeigt fragmentierte weibliche Akte in leuchtendem Orange, Gelb und Pink, denen das markante Gesicht eines Beobachters gegenübergestellt ist. Die Figuren sind bewusst vereinfacht und verzerrt, wodurch der Fokus auf ihre emotionale und symbolische Wirkung gelenkt wird.
Die Malweise ist gestisch, roh und unmittelbar – breite Pinselzüge, sichtbare Kanten und unregelmäßige Flächen erzeugen eine Energie, die zwischen Konfrontation und Voyeurismus oszilliert. Die kräftige, kontrastreiche Farbpalette verstärkt den psychologischen Druck des Bildes: Sinnlichkeit und Spannung treffen hier auf die distanzierte, aber präsente Beobachtung des Voyeurs. The Voyeur ist kein gefälliges Werk – es fordert heraus, legt die Dynamik von Blick und Begehren offen und bringt die radikale Direktheit des Neo-Expressionismus auf den Punkt.