Anna Snijder (1971) – Dimensionen des Verborgenen
Die niederländische Künstlerin Anna Snijder widmet ihr Werk der Erforschung emotionaler Zustände und deren Transformation in physische Farbräume. Stilistisch bewegt sie sich sicher im Feld des Abstrakten Expressionismus sowie der gestischen Abstraktion und sucht in ihren Arbeiten oft ein Gleichgewicht zwischen energetischer Entladung und meditativer Stille.
In Serien wie Happiness is an inside job I & II nutzt Snijder den Prozess des stetigen Aufbaus und Abtrags von Farbschichten, um die Komplexität der menschlichen Psyche zu spiegeln. Inspiriert von der Rakeltechnik Gerhard Richters legt sie unterliegende Schichten fragmentarisch frei und macht so das Werden des Bildes als zeitlichen Prozess dauerhaft ablesbar. Für Snijder ist das Malen eine innere Arbeit und eine Suche nach dem Kern der Zufriedenheit, der oft erst durch das bewusste Durchdringen emotionaler Schichten sichtbar wird.
Mit der Serie Colour me happy I & II manifestiert die Künstlerin eine hochenergetische Seite ihres Schaffens, die in der direkten Tradition von Hans Hofmanns „Push and Pull“-Theorie steht. Durch das präzise Zusammenspiel kontrastierender Farbfelder erzeugt sie eine Tiefenwirkung, die allein aus der Dynamik der Farbe resultiert. Diese Werke unterstreichen ihren Abenteurergeist im Umgang mit Technik und Textur, wobei sie die rein abstrakte Form als emotionalen Imperativ nutzt, um Optimismus und Lebensfreude unmittelbar auf den Betrachter zu übertragen.
In Arbeiten wie Venice zeigt sich Snijders Fähigkeit, atmosphärische Phänomene wie Licht und Wetter in architektonische Strukturen zu übersetzen. In Anlehnung an das Spätwerk von William Turner fängt sie die kühle Morgenstimmung der Lagune ein, wobei sich massive Formen und flüchtige Witterung durch den Einsatz der Rakeltechnik Schicht für Schicht durchdringen. Ein für ihre Arbeiten typischer Firnis verleiht den Werken dabei eine besondere Brillanz und bewahrt die Leuchtkraft der Pigmente so, als wäre die Farbe noch immer frisch aufgetragen.
Anna Snijders Schaffen findet internationale Resonanz und wurde bereits in renommierten Kontexten präsentiert. Zu ihren wichtigsten Stationen zählen die Gruppenausstellung L’ART A TRAVERS LES YEUX DES FEMMES in Cannes im Jahr 2024 sowie eine weitere Ausstellung unter demselben Titel in Mailand im Zeitraum 2024/2025. Zuvor präsentierte sie ihre Werke bereits 2023 und 2024 in Einzelausstellungen im Theater de Speeldoos in Baarn und Utrecht. Ihre Kunst ist eine Einladung, die Welt hinter dem Sichtbaren zu erkunden, wo Farben zu Emotionen werden und die Leinwand als vibrierender Speicher von Lebensenergie fungiert.