Gaze in Motion - Roland Berger Imhof Fine Arts

In Gaze in Motion arbeitet Berger mit der Spannung zwischen massiver Form und feiner Irritation. Die aufragende Skulptur aus grünem Marmor wirkt wie ein Fragment geologischer Zeit – durchzogen von Maserungen, Brüchen und farblichen Übergängen.

Der Stein zeigt Gegensätze: Manche Partien sind glatt poliert, andere belässt der Künstler roh und unbehandelt. Diese fließenden Übergänge erzeugen den Eindruck von Abnutzung oder natürlicher Erosion – als hätte sich die Form über Jahrhunderte herausgeschält.

Die eingearbeiteten Kugeln aus hellem Alabaster verstärken diesen Effekt. Sie wirken wie Fremdkörper, fast unheimlich platziert – als hätte der Stein selbst etwas hervorgebracht, das nicht zu ihm gehört. Es entsteht ein surrealer Moment: Die klare Geometrie der Kugeln kollidiert mit der organischen Unruhe des Marmors. Etwas scheint sich zu zeigen – nicht eindeutig, aber eindringlich.

Der Kontrast zwischen dunklem Stein und transluzentem Alabaster lässt die Form zwischen Objekt, Zeichen und Bedeutungsträger changieren. Wie so oft bei Berger entsteht eine stille Spannung zwischen Naturform und Eingriff, zwischen dem, was war, und dem, was gedacht wurde.

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