In Beyond fängt Ana Barbić Katičić die überwältigende Magie eines malerischen Sonnenuntergangs ein, bei dem die Welt in Flammen zu stehen scheint. Das Werk wird dominiert von einem pulsierenden Rot-Orange, das fast die gesamte Leinwand einnimmt und eine Atmosphäre von intensiver emotionaler Wärme und unendlicher Weite erzeugt. Diese alles verzehrende Farbe ist pure Energie und zieht den Betrachter unmittelbar in ihren Bann. Ganz unten am Bildrand wird dieses flammende Schauspiel durch eine schmale, dunklere Struktur aus tiefen Blautönen geerdet. Es ist der Moment, in dem der Himmel das Wasser berührt und sich in ihm spiegelt, was dem Bild seine starke Tiefenwirkung und die vertraute Ruhe einer Küstenlandschaft verleiht.
Stilistisch ist das Gemälde dem abstrakten Impressionismus zuzuordnen und erinnert aber auch an die dramatischen, lichtdurchfluteten Himmelsdarstellungen eines William Turner. Doch Katičić geht über die bloße Abbildung hinaus. Sie lässt die Formen im reinen Licht und der Farbe aufgehen, was an das radikale Spätwerk von Claude Monet denken lässt. Im oberen Drittel brechen dramatische Wolkenformationen in elektrisierenden Blau- und Weißtönen durch das Orange. Diese Kontraste erzeugen eine enorme Dynamik und visuelle Spannung, als ob man Zeuge einer kosmischen Geburt oder eines dramatischen Tagesendes wird. Es ist diese atmosphärische Auflösung, die dem Bild seine moderne, zeitlose Qualität verleiht.
Technisch meisterhaft nutzt die Künstlerin die Schichtung und das gezielte Ziehen von Farbe, um eine fühlbare Textur zu erzeugen. Die blauen Farbformationen wirken teils scharf abgegrenzt, teils weich in das umgebende Orange übergehend, was an die moderne Rakeltechnik denken lässt, aber hier weicher und stimmungsvoller interpretiert wird. Die kroatische Herkunft der Künstlerin und ihre Vertrautheit mit den intensiven Farben und dem besonderen Licht der Adria schwingen in dieser dramatischen Gegenüberstellung von Elementarkräften mit. Beyond fängt diesen einen Moment ein, den man aus dem Urlaub kennt, wenn man am Ufer steht und der Blick in der Ferne verschwimmt – ein Bild, das sofort die Sehnsucht nach dem nächsten Sommer am Meer weckt.